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Identität als Träumer

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Der Mensch - jedenfalls in der westlichen Welt - definiert sich sehr häufig über das, was er tut.  Wenn wir uns anderen vorstellen, dann erzählen wir von unserem Job, unserer Familie (Kinder lassen auf ein höheres Aktivitätslevel schließen) und von unserem Freizeitbeschäftigungen. Wir erzählen, was wir schon alles gelernt haben oder was wir noch lernen möchten.  Dieses Gedankenkonstrukt zu hinterfragen, bedeutet oft auch, das Sein an sich in Zweifel zu ziehen. Und da wir im Traum ohnehin wach sind und aktiv nachdenken, sei die Frage erlaubt, welche Spielfläche sich hier für die eigene Sinnfindung und Veränderung von Verhaltensmustern ergibt.  Hast du schon mal genau beobachtet, wie du dich im Traum verhältst? Bist du passiv, läufst du anderen hinterher, flüchtest du oft vor Gefahren und reagierst nur auf das, was andere tun?  Oder bist du in deinen Träumen ein aktiver Anführer, der das Geschehen bestimmt?  An anderer Stelle bin ich bereits auf das Thema Luzides Träumen eingegangen, d

Vom Winde verweht: Wenn der Bodenkontakt verloren geht

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  Wie genau die Erdung für dich aussieht, ist sehr individuell. Für mich sind es Wanderungen im waldigen Gebirge und Meditationen mit den unteren Chakren.  Der wunde Punkt ist nicht das Ego - deine irdische Persönlichkeit. Sondern die Tatsache, dass du vielleicht schon recht früh eine Unverbundenheit zwischen dir und deiner Umwelt erlebt hast. Die Psychologie ist sich nicht ganz klar darüber, ob man das Urvertrauen als Erwachsener noch erlernen kann oder nicht. Zumindest kann man es versuchen.  Das hier ist keine therapeutische Anleitung, sondern deine Erinnerung dafür, wieder ins Hier und Jetzt zu kommen, wenn du das Gefühl hast, dich im Nebel aufzulösen oder wortwörtlich den Boden unter den Füßen zu verlieren.  Das Leben ist zu kurz, um immer nur zu kreiseln und zu funktionieren. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen verstehen, dass wir unsere Ressourcen viel besser sicher stellen können, wenn wir verbunden und erholt sind, statt gestresst und durchoptimiert. 

Ich musste ja jedem anderen glauben ...

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Das Thema Selbstfindung und auch die Abgrenzung der eigenen Persönlichkeit zu anderen Menschen nimmt im Selbstverständnis des Menschseins einen unheimlich großen Platz ein. Niemand kann sich von der Idee freimachen, sich als Individuum zu fühlen, das nur dann individuell ist, wenn es kein Teil eines anderen Individuums ist.  Individuum bedeutet "unteilbar".  Was aber macht das mit Menschen, welchen Weg gehen sie, um zu sich selbst zu finden? Und ist das überhaupt hilfreich im Leben?  Die Anpasser  Menschen sind - entgegen ihrer Individualität - grundsätzlich "Gruppentiere" und suchen die Gemeinsamkeit unter einander, denn wer allein ist, ist leichter Gefahren ausgesetzt. So weit, so klar. Was vielen allerdings gar nicht klar ist, ist die Tatsache, dass dieses Bedürfnis richtig stressig werden kann.  Vielleicht kennst du das auch.  "Ich MUSS ja aufstehen und arbeiten gehen."  "Du MUSST heute noch deine Hausaufgaben machen." "Ich MUSS zum Elte

Das Krafttier finden - Anleitung

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In diesem Beitrag  (Link öffnet in neuem Tab) habe ich dir bereits gezeigt, woran du Krafttiere in deinen Träumen erkennen kannst. Wenn du gerade von einem geträumt und eine Botschaft erhalten hast, aber dir nicht sicher bist, ob es wirklich ein aktuelles Krafttier oder "nur" ein Symbol ist, ist der Beitrag sicherlich interessant.  Aber ich bin dir noch etwas schuldig!  Auch in dem Beitrag habe ich dir versprochen, eine klare Anleitung für die Reise zum Krafttier in einer Meditation zu geben. Das muss ich dringend nachholen. Meine erste Reise habe ich eigentlich aus Langeweile unternommen. Ich wusste damals noch nichts über Meditation und Traumarbeit, aber ich hatte bereits von Krafttieren gelesen. Am besten erlebt man das selbst, denn es lässt sich schwer beschreiben. Also war ich neugierig auf diese Erfahrung.  Ich war damals in Psychotherapie, kam jedoch mit den angebotenen Methoden zur Entspannung nicht zurecht. Stattdessen habe ich die Augen geschlossen und die halbe Stu

Eine schöne Vorstellung?

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  Im Interview mit dem Guardian 2012 spricht der ausgewiesene Biologe und Forscher auf dem Gebiet des Bewusstseins über seine eigene Begegnung mit dem Tod. Er fasst zusammen:  So makaber dieser Gedanke zu sein scheint, so naheliegend ist er doch - denn auch im Schlaf ist das Gehirn bewusst und steuert das, was es "sieht" und erlebt, obwohl der Traum selbst keine körperliche Wahrnehmung darstellt. Sogar im Mutterleib bereitet sich der Fötus mit lebhaften Träumen auf seine kommende Lebensrealität vor. Die Oneirologie kann dazu noch keine abschließenden Fakten liefern - etwas, das ohnehin nicht erstrebenswert wäre, ginge es nach Sheldrake. Sein fundamentaler Ansatz ist die Infragestellung des Materialismus und die Aufforderung an die breite, seriöse Wissenschaft, das Dogma des Wissens über Bord zu werfen und auch den eigenen Erkenntnissen gegenüber stets skeptisch zu bleiben.  Vielleicht kommen wir eines Tages dazu, die Verbindung zwischen dem Tod und seinem "kleinen Bruder

Affirmation für deinen Transformationsprozess

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  Wenn du wie viele andere Menschen gerade in einer Umbruch-Phase steckst und dich Zweifel oder Unsicherheit plagt, richte deinen Blick nach innen. Nimm dir ein paar Minuten Zeit zum Durchatmen und stelle dir dein wahres Ich in Form eines Löwen vor. Wie steht es um ihn? Welche Gefühle löst das Bild in dir aus? Ist dein Löwe hungrig und auf der stetigen Suche nach dem nächsten Zebra oder liegt er zufrieden im Schatten und döst?  Welche dieser Gefühle verbinden dich mit deiner Realität im Hier und Jetzt? Bist du bereits in deiner Kraft oder hast du immer noch Sorge, dass deine Existenz in dieser Welt unbedeutend ist?  Höre tief in dich hinein und triff deine Entscheidung.

Selbstachtung, Selbstwirksamkeit und das Gefühlschaos

Ich hab viele Coachings, Workshops usw in der Richtung "Scannerpersönlichkeit" hinter mir und stehe heut wesentlich gefestigter da als früher. Ob das was für dich ist, musst du ausprobieren. Aber ich hatte in dem Umfeld damals am ehesten das Gefühl, mit dieser "Schwierigkeit" gesehen und ernstgenommen zu sein und dass es positiv gewertet wurde, statt meinen inneren Kritiker zu bedienen, der mich eh schon 24/7 fertig macht. Das Thema "Anspruch" bzw. "Perfektionismus" bearbeite ich jetzt grade auch wieder für mich. Meine neueste Erkenntnis ist: Ich habe nie eine konsistente Grenze erfahren, wann meine Ergebnisse zuverlässig "gut genug" sind und darum versuche ich immer, diese Grenze unbewusst zu erreichen, indem ich meine Aufgaben mit extremen Ansprüchen ausführe, begleitet von sowohl der Erwartung an positive Resonanz (das muss die doch umhauen, wenn ich es viel besser mache als andere!) als auch totale Angst vor dem Feedback (wenn es wi