Das Krafttier finden - Anleitung

In diesem Beitrag (Link öffnet in neuem Tab) habe ich dir bereits gezeigt, woran du Krafttiere in deinen Träumen erkennen kannst. Wenn du gerade von einem geträumt und eine Botschaft erhalten hast, aber dir nicht sicher bist, ob es wirklich ein aktuelles Krafttier oder "nur" ein Symbol ist, ist der Beitrag sicherlich interessant. 

Aber ich bin dir noch etwas schuldig! 


Auch in dem Beitrag habe ich dir versprochen, eine klare Anleitung für die Reise zum Krafttier in einer Meditation zu geben. Das muss ich dringend nachholen.

Meine erste Reise habe ich eigentlich aus Langeweile unternommen. Ich wusste damals noch nichts über Meditation und Traumarbeit, aber ich hatte bereits von Krafttieren gelesen. Am besten erlebt man das selbst, denn es lässt sich schwer beschreiben. Also war ich neugierig auf diese Erfahrung. 
Ich war damals in Psychotherapie, kam jedoch mit den angebotenen Methoden zur Entspannung nicht zurecht. Stattdessen habe ich die Augen geschlossen und die halbe Stunde genutzt, um mein eigenes Krafttier zu finden. 

Und so geht's: 


- Bereite dich vor. 
Suche dir einen möglichst stillen Raum aus, in den keine Geräusche von außen dringen (kein Straßenlärm, keine lauten Nachbarn usw). Für den Anfang ist es wichtig, dass du nicht abgelenkt wirst. Dazu benötigst du lediglich eine komfortable Sitz- oder Liegeposition. Probiere ruhig aus, welche Körperhaltung für dich angenehm ist, um sie auf Dauer auch in tiefster Konzentration aufrecht halten zu können. Sorge auch dafür, dass dich während deiner Auszeit niemand stört. Dies ist Kopfarbeit und wird entsprechend anstrengend sein. 
Außerdem solltest du dir einen Wecker stellen, aber bitte nur mit leisem, sanften Ton. Mir kamen 30 Minuten immer recht kurz vor, es fiel mir sehr schwer, so schnell wieder aus dem Unterbewusstsein aufzusteigen und "wach" zu werden. Im Zweifel stellst du dir den Wecker auf 60min. 

- Der Eintritt gelingt vielleicht nicht sofort. 
Nimm dir ausreichend Zeit, um durchzuatmen, den Körper bewusst zu entspannen und dich im Hier und Jetzt zu verankern. Alle Gedanken, die jetzt noch kommen, dürfen vorbei ziehen und später nochmal anklopfen. 
Mit geschlossenen Augen gehst du nun in deine Imagination. 

- Stelle dir eine endlos weite Wiese vor. Versuche sie so realistisch zu denken wie möglich. Erinnere dich an einen Moment, in dem du tatsächlich schon einmal auf einer riesigen Grünfläche gestanden hast. Berühre das Gras, fühle die zarten Pflanzen zwischen deinen Fingern. Atme lieblichen Duft ein. Schau den Wolken über dir hinterher, die sanft vorüber ziehen. Lass den Wind durch deine Haare streichen. 

- Bald kannst du vor dir einen Weg erkennen. Es könnte ein Trampelpfad sein, ein sandiger Weg in Richtung Meeresstrand oder sogar eine schmale Straße. Lass dich von den Bildern einsaugen. Spüre in deinen Körper, während du diesem Weg folgst. Behalte alle Sinnesreize im Bewusstsein und lasse dir genug Zeit, um jeden Sinneseindruck zu genießen. 

- Irgendwann endet dieser Weg. Du wirst vor einem Tor oder einer Tür ankommen, die von einer hohen und unüberwindlichen Mauer umsäumt ist. Vielleicht stehen Bäume darum, die Mauer kann überwuchert sein. Betrachte sie in Ruhe. Wie sieht sie für dich aus? Fahre mit dem Finger darüber, versuche dir diesen Durchgang mit so vielen Reizen wie möglich zu erobern. 

- Wenn du bereit bist und dich absolut sicher, wohl und neugierig fühlst, keine weiteren Gedanken aufkommen und du ganz in dieser Welt bist, kannst du hindurch gehen. Das Tor sollte sich leicht öffnen lassen und kein Hindernis darstellen. Es ist lediglich die Erinnerung daran, dass du gleich eine Stufe tiefer in dein Unterbewusstsein hinab steigst. 

- Was erwartet dich hinter der Tür? Findest du hier einen friedlichen Ort in der Natur vor? Kannst du diesen Ort mit einem realen Kraftort vergleichen, an dem du schon einmal gewesen bist? Gehe langsam hinein in diese neue Welt hinter der Mauer. Schau genau auf die vielen Details, die du sehen wirst und lasse jedes Bild zu, auch wenn es ungewöhnlich erscheint. Suche dir dann einen angenehmen Platz zum Verweilen. Vielleicht setzt du dich an den Teich dort drüben. Oder du möchtest es dir unter einem Laubbaum bequem machen. 



- Konzentriere dich ganz auf deine Präsenz in dieser fremden, wunderschönen friedlichen Welt. Du musst nichts weiter tun als da zu sein, nichts denken, keine Probleme lösen, niemanden treffen. Du solltest vollkommen im Einklang mit dir selbst und deiner imaginären Umwelt sein. Dann kannst du höflich grüßen und in die Welt fragen, ob hier Tiere leben. 

- Manchmal kommen die Tiere auch von selbst auf dich zu. Du wirst vielleicht nur eins sehen oder ganz viele verschiedene. Du darfst sehr gern respektvoll mit ihnen sprechen und auch die Frage, ob das jeweilige Tier dein Krafttier ist, ist absolut in Ordnung. Die Tiere geben dir eine eindeutige Antwort. Manchmal wirst du den Namen eines Tiers schon kennen, obwohl du das Tier noch nie zuvor gesehen hast. Manchmal stellen sie sich selbst vor. 

- Bleib einfach eine Weile mit dem Tier in deiner Nähe am paradiesischen Ort und befrage es zu allem, was du schon immer über dich wissen wolltest. Wenn du alles richtig machst und gut zuhörst, wird dir das Tier nicht nur erklären, wer es ist, sondern auch, welche Aufgabe es für dich hat und bei welchen Themen es dir helfen wird. Wenn du das Gefühl hast, dass alles gesagt ist und du dich gut erholt fühlst, kannst du dich allmählich von deinem Krafttier verabschieden.  
Zum Abschluss möchtest du es vielleicht noch fragen, ob es auch weiterhin mit dir zusammenarbeiten wird. Auf diese Weise hast du für die nächste Krafttier-Meditation bereits einen Ansprechpartner, den du rufen kannst, sobald du diesen herrlichen Ort in deinem Unterbewusstsein wieder betrittst.

- Denke daran, dich nach dem Abschied aus der Welt des Krafttiers zurück zu ziehen und durch dieselbe Tür wieder zu gehen, durch die du eingetreten bist. Laufe den Weg zurück zum Ausgangspunkt. Konzentriere dich bis dahin nur darauf, die Tür hinter dir sorgsam zu schließen und den Weg mit größter Aufmerksamkeit weiter zu laufen. 

- Wenn der Wecker vorzeitig klingelt, verabschiede dich und sage dem Tier, dass du wiederkommen wirst. Ansonsten kannst du die Meditation in Ruhe beenden. Sobald du merkst, dass du deinen Ausgangspunkt erreicht hast, kannst du die Augen wieder öffnen. 

Du solltest spüren, dass du dich gerade sehr konzentriert hast, doch das sollte dir keine negativen Gefühle machen. Die Begegnung soll für dich erholsam, hilfreich und besonders angenehm sein. 

Es kann sein, dass du danach noch einen Moment brauchst, um wieder in der Realität anzukommen. Diese Zeit solltest du dir ruhig nehmen und nochmal kräftig durchatmen, bevor du in deinen reizintensiven, stressige Alltag zurück kehrst. 

Sollte dir das Tier übrigens nicht gesagt haben, welche Aufgabe es für dich erfüllt, kannst du auch online nach Bedeutungen suchen. Du wirst unterschiedliche Beschreibungen finden. Darum möchte ich hier keine wiederholen. Es ist okay, wenn du nur die Botschaften mitnimmst, die für dich gerade interessant sind. 

Wenn du die Meditation ausprobiert hast, freue ich mich über deinen Erfahrungsbericht in den Kommentaren! 

Hat dir diese Anleitung geholfen? Dann würde ich mich über einen Kaffee ebenso freuen! Dieser Blog ist und bleibt für dich kostenlos, finanziert sich aber über kleine Spenden. Über Ko-Fi kannst du mir einen Kleinstbetrag deiner Wahl zukommen lassen oder eine monatliche Unterstützung einrichten. 

Vielen Dank und viel Freude bei deiner Tier-Begegnung! 


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Vom Winde verweht: Wenn der Bodenkontakt verloren geht

Übung für deine Meditation

Aus Trauma Response lernen heißt Siegen lernen