Entscheidungen treffen - Mut oder Angst?

Diese Seite hat zu dir gefunden, wenn du vor einer kleineren oder größeren Lebensentscheidung stehst, dein Herz mit dem Verstand kämpft, dein Wollen mit dem Sollen nicht vereinbar scheint. Wenn du Angst vor Fehlern hast, vor Risiken, vor Stolperfallen. Wenn du dich darum sorgst, ob du das Vertrauen von wichtigen Menschen verlieren könntest. Wenn du am liebsten einen Blick in die Zukunft werfen und danach deine Entscheidung treffen willst.


Alternative Tarot-Karte, Frau mit verbundenen Augen hält ein Schwert hoch und in ihrer anderen Hand ruht ein hölzerner Stab. Sie weiß nicht, welches der Werkzeuge sie benutzen soll.
Alternative Tarot-Karte, eine Frau mit verbundenen Augen hält ein Schwert hoch und in ihrer anderen Hand ruht ein hölzerner Stab. Sie weiß nicht, welches der Werkzeuge sie benutzen soll. Die Hand des Verstandes will die Lösung durch logisches Nachdenken und unerschrockenes Handeln erreichen, die Hand der Intuition will die Lösung auf Basis innerer Überzeugungen und frei von Gewalt finden.


Es gibt für diesen inneren Konflikt einige Bedingungen, die entweder in deiner Situation einfach gegeben sind und dadurch die Lösung beeinflussen oder Bedingungen, die du dir selbst auferlegst (aus welchen Gründen auch immer). 

Wenn du damit groß geworden bist, dass deine Entscheidungen nicht nur positive Konsequenzen haben, bist du wahrscheinlich besonders bemüht darum, die Entscheidung möglichst sicher, sachlich, objektiv und mit dem geringsten Risiko zu treffen. Der Verstand erwägt Vor- und Nachteile der möglichen Wahl. 
Im Inneren kann es anders aussehen. Das Herz hat längst gewählt, denn sonst würdest du jetzt nicht vor dieser Entscheidung stehen. Du weißt eigentlich genau, was du willst. Aber dir ist bewusst, dass du nicht immer alles so bekommst, wie du es möchtest. Das Herz kann sehr schnell flattern und sich bereits über ein Ergebnis freuen, das noch gar nicht eingetreten ist. Es ist hoffnungsfroh, euphorisch, weil es meint, den richtigen Weg erkannt zu haben. 
Dabei können Verstand und Herz mit einander ringen, einander widersprechen, sich aber auch in einigen Punkten zustimmen. 

Die Tatsache bleibt bestehen, dass du nicht in die Zukunft sehen kannst - übrigens auch nicht mit Tarot-Karten. ;-) Warum sie trotzdem nützlich sind und ich regelmäßig damit arbeite, beschreibe ich dir ein anderes Mal. 

Zurück zu dir. Du möchtest eine vernünftige, durchdachte, weise Entscheidung auf Basis aller möglichen verfügbaren Informationen treffen, auch wenn dein Herz bereits eine Priorisierung vorgenommen hat. 

Wenn du so tickst wie ich, wirst du zwischen beiden Positionen ewig hin und her pendeln, denn du wirst deinen Verstand niemals zufrieden stellen, niemals genug absichern können und deinem Herz niemals genug vertrauen. 

Dann gibt es da noch äußere Bedingungen, auf die du keinen Einfluss hast. Du könntest mit deiner Herzensentscheidung Menschen vor den Kopf stoßen, die dir wichtig sind. Du könntest das Gefühl von Schuld, Reue oder Egoismus empfinden. Hast du die Wünsche anderer in dieser Sache bedacht? Hast du sie gefragt? 
Noch mehr Informationen! Bald hast du eine endlose Liste an Pro- und Contra-Argumenten und verschiedenen Meinungen von Leuten, die berücksichtigt werden wollen. Statt dir Sicherheit und Klarheit zu verleihen, wirbeln die Informationen in deinem Kopf chaotisch umher. 

Am Ende zählt aber, dass du die Entscheidung triffst und nicht jemand anderes. 

Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass ich mein Leben lang Rücksicht darauf genommen habe, was andere wollten - und auch darauf, was ich dachte zu wollen. Ich habe versucht, meine Entscheidungen für andere zu treffen. Ja, manchmal habe ich die Entscheidung sogar ganz auf Eis gelegt und erwartet, dass andere mein Dilemma lösen. Wenn sie schon eine kluge Meinung dazu hatten, dann sollten sie auch die Verantwortung übernehmen! 

Ich fühlte mich oft rücksichtslos, hatte Angst vor Rückschlägen und vor Fehlern. 
Möchtest du lieber ein Erdbeer- oder ein Schokoladeneis? Allein diese Frage konnte mich als Kind in Teufels Küche bringen. Beide natürlich! Keine Sorte schmeckt schlechter als die andere. Doch im Leben kann man nicht immer beide Seiten wählen. Hinter mir in der Schlange vor der Eisdiele warten alle anderen, die bereits wissen was sie wollen oder sich spontan schnell und gelassen entscheiden. Was ich heute nicht genieße, das genieße ich vielleicht ein anderes Mal. Eine bewundernswerte Einstellung. 

Man kann auch nicht immer auf beide Seiten Rücksicht nehmen, selbst wenn es beides die geliebten Kinder sind, von denen man keins mehr lieben will als das andere. Tatsache ist, es gibt keine Entscheidungen ohne Nachteile. Jede Medizin hat ihre Nebenwirkung - denn ohne diese hat sie auch keine heilende Wirkung. 

Um aus den Bildern von Dualität rauszukommen, möchte ich dir nun verraten, wie ich Entscheidungen treffe.

Mein Leben steht im Dienst anderer. Ich bin ein Helfer, ein Unterstützer. Jemand, der außerhalb des Rampenlichts steht, um dem Superstar die Bühne zu bereiten und dafür zu sorgen, dass die Show reibungslos läuft. Doch das bedeutet auch, dass ich die Bühne für mich selbst bauen muss. Und das vernachlässige ich allzu gern. Ich würde ungern jemandem die Show stehlen. 

Darum versuche ich, die Perspektive zu ändern. Statt mich zwischen Schwert und Stab zu entscheiden, entscheide ich mich dafür, eine Mutter zu sein, die ihr Kind unterstützt, aber auch anleitet und beschützt. Das kann sie nur tun, wenn sie selbst auf der Bühne ihres eigenen Lebens steht. Das bedeutet, dass ich den Stab wähle. Das Schwert kann Nahrung beschaffen und beschützen, dies geht jedoch immer zu Lasten anderer. Der Stab hingegen baut ein Dach über dem Kopf, er kann für wärmendes Feuer benutzt werden und auch, um eine Landkarte in den Sandboden zu zeichnen. Er kann genauso gut beschützen wie das Schwert und er kann auch Nahrung beschaffen, wenn man ihn weise einsetzt.
Der Verstand ist limitiert und bringt mich oft in mein angstbehaftetes Ego zurück. Das Ego ist wie ein Käfig, es scheint mich vor Unheil zu bewahren, aber gleichzeitig hält es mich gefangen. 
Darum wähle ich den Stab, wenn ich Entscheidungen treffen muss. Ich muss sie nicht schnell treffen, ich habe Zeit. Aber wenn es so weit ist, bin ich flexibel und kann mich den Umständen anpassen. Angst ist also unnötig. Das befreit und macht mutiger, selbstbewusster. 

Ich kann auf meine Intuition hören und meinem Bauchgefühl vertrauen. 

Meine letzte Entscheidung betraf übrigens den Erwerb von bestimmten Heilsteinen. Das Herz sagte sofort Ja, der Verstand sagte ganz klar Nein (und auch mein soziales Umfeld). 
Es schien, als würde ich andere damit verärgern, dass ich immer nur in mich selbst investiere, obwohl von außen keine Früchte dieser Investition zu sehen sind. 

Doch der Weg ist lang und manche Prozesse benötigen eben ihre Zeit, bevor daraus ein gutes Ergebnis gewonnen werden kann. Ein Gerichtsprozess kann Jahre dauern, besonders wenn die Entscheidung schwerwiegend ist. Das macht das Urteil am Ende aber nicht schlechter, sondern sogar noch gewichtiger. 

Andere haben ihre ganz eigenen Baustellen und Ziele, die sie auf ihre eigene Weise erreichen. Sie würden Dilemmata anders lösen als ich oder du. Deshalb sind wir Individuen. Und es ist okay, seine eigene Entscheidung als Ausdruck des persönlichen Sanften Weges zu treffen und zu vertreten.
Mit der Ablehnung eines Ratschlags umzugehen, ist dann ein weiterer Lernprozess, den andere durchlaufen müssen. 

Bevor du jetzt ganz den Faden verlierst, lass mich das Ganze so zusammen fassen:

Stell dir vor, du bist ein Pflänzchen. Ein kleines Baum-Sprösslein. Du willst irgendwie gern größer werden, weil dich dein Herz zum Himmel treibt. Dein Verstand und deine Umgebung sagen aber, dass mit dem Wachstum auch Risiken verbunden sind. Du könntest Schaden nehmen oder selbst anderen den Lebensraum wegnehmen. 

Bevor du diese Risiken eingehst oder sogar andere Menschen durch deine "rücksichtslose" Entscheidung vergraulst, bleibst du lieber der kleine Spross, der auf den Schutz anderer angewiesen ist, richtig? 

Aber was sind die anderen? Riesige Bäume, die gewachsen sind. Die gelernt haben, auch mit Ablehnung, Rückschlägen, Unsicherheiten umzugehen. Sie mussten den gleichen Prozess durchlaufen, auch wenn dieser manchen leichter fallen mag als dir. Irgendwann sind sie so groß gewachsen, dass sie dir den Lebensraum nehmen und gar nicht mehr bemerken, dass du noch da bist. Andere sind vielleicht genauso klein wie du oder sogar noch kleiner. Sie teilen die gleichen Probleme, müssen aber auch ihr eigenes Wachstum bestimmen. 

Es hat keinen Sinn, sich selbst in den Schatten anderer zu stellen und klein zu bleiben, wenn du doch eigentlich die Person sein möchtest, die andere vor den Konsequenzen deiner Entscheidung beschützen will. 

Wachse. Triff deine Entscheidung egoistisch aus dem Herzen heraus! Folge deiner inneren Stimme. Richte den Stab auf! Sei anderen ein Vorbild und zeige den "großen Bäumen", dass du bereit bist, die Risiken in Kauf zu nehmen. Sie können längst überblicken, ob es sich für dich lohnt oder nicht. Sie können dir kluge Ratschläge geben, doch das was du eigentlich brauchst - deine Herzensentscheidung - haben sie nicht in der Hand. 

Das Leben ist niemals linear. Du kannst von einer Entscheidung zur anderen und wieder zurück springen. Aber du solltest dabei vor allem dir selbst treu bleiben. Denn auch für das Danach, sobald du deine Entscheidung getroffen hast, wirst du Lösungen finden. So oder so. 
Ein Baum wächst einfach, wenn die Bedingungen gut sind. Wenn sie nicht gut sind, muss er den Ort wechseln. Es wird immer einen freien Platz für dich zum Wachsen geben. Und es wird immer die Menschen geben, die dich beobachten, dir folgen und für eine Weile von deinem Schutz profitieren. 

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