Träume sind Schäume? Von wegen!

Sicher hast du schon den Spruch gehört: „Träume sind Schäume!“ Dass darin kein Funken Wahrheit liegt, zeige ich dir in diesem Beitrag.

In der griechischen Antike hat man Träume im Schlaf aktiv genutzt, um Krankheiten zu heilen oder Probleme zu lösen (daher stammt übrigens auch der moderne Ausdruck „Klinik“, der in etwa Schlafstätte oder Feldbett bedeutet). Teilweise wurden sie auch bewusst als Orakel benutzt, um zukünftige Ereignisse vorher zu sehen und mit den Göttern zu kommunizieren.

Dazu wurde man eigens in Schlaf versetzt, der besonders intensive Träume kommen ließ. Viele verschiedene Völker verwendeten dafür Substanzen oder suchten besonders reizarme Orte auf. Der Eremit, der meditierend in einer Höhle sitzt, wird dir als Bild bereits bekannt sein.

Warum sprechen wir darüber in der heutigen Zeit?

In erster Linie sind diese gezielt herbeigeführten Traumzustände für ein verbessertes Wohlbefinden eingesetzt worden. So haben sich Menschen in der Antike nicht nur mit der Deutung von Träumen befasst und Rituale zur Aktivierung dieser entwickelt. Sie haben sich auch bewusst an heilige Orte begeben und dort betend geschlafen. Dies diente zur Heilung von körperlichen Krankheiten und stellt eine der frühesten Heilungsmethoden dar, die die Menschheit überhaupt kennt. Zahlreiche Inschriften in Tempeln und ähnlichen Orten sowie ganze Bücher über die heilende Wirkung von Träumen sind historisch belegt.

Studien haben gezeigt, dass die Fähigkeit, bewusst Träume herbei zu führen, nicht nur mit einer allgemein verbesserten Stimmung und Lösungen alltäglicher Probleme einher ging, sondern sich auch positiv auf Ängstlichkeit und Depressionen auswirkte. Im Gegensatz dazu erwiesen sich einfache Entspannungstechniken als weniger erfolgreich.

Bis heute rät die moderne Psychotherapie dazu, Träume ernst zu nehmen und sie als persönlichen Raum zur Lösungsfindung zu nutzen. Einerseits kannst du bereits im Traum mögliche Situationen vorher „durchspielen“ und damit sozusagen trainieren, andererseits wirst du bei der Erinnerung an den Traum recht schnell die Lösung für dein Problem parat haben.

Wie kannst du dein Traumerleben aktivieren?

- Denke bewusst über dein Problem oder deine Frage nach, wenn du ins Bett gehst

- Sage dir selbst: Ich möchte träumen. Male dir in Gedanken aus, welche Art von Traum du erleben möchtest

- Sobald dir Bilder vor dem geistigen Auge erscheinen, konzentriere dich darauf.

- Du kannst hilfreiche Dinge benutzen, die dir bei der Vorstellung deines Problems/deiner Frage helfen. Manche empfehlen hierzu auch Heilsteine.

- Wenn du aufwachst, versuche dich so gut wie möglich an alles zu erinnern, was du gerade im Traum erlebt hast. Nimm dir hierfür ein paar Minuten Zeit und konzentriere dich nur auf den Traum von gerade eben. Erinnere dich auch an Gefühle und Worte und Aspekte, die dir besonders bedeutsam oder intensiv vorkamen.

- Ein Traumtagebuch kann dir helfen, dein Traumerleben in Zusammenhang mit deinem Alltag zu verstehen.

Viele Klienten berichten, dass es ihnen schwer fällt, sich an ihre Träume zu erinnern. Das ist ganz normal und geht den meisten Menschen so. Auch ich musste erst lernen, die Bilder in meinen Gedanken wahrzunehmen und richtig einzuordnen, bevor ich lernte, sie zu verstehen. Es ist also eine Frage der Übung.

Sicher hast du auch schon erlebt, dass du in stressigen Lebensphasen mehr und intensiver geträumt hast, vielleicht sogar richtig schlimme Alpträume hattest. Wie du siehst, sind Träume ein sehr guter Indikator für dein Wohlbefinden.

Doch ich kann dich beruhigen – du brauchst auf keinen Fall Stress zu empfinden, um dich an Träume aktiv erinnern zu können.

Nun möchtest du vielleicht über diese Infos noch eine Nacht schlafen.

Ich wünsche dir gutes Gelingen!



Vom 12. Juni 2023

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Vom Winde verweht: Wenn der Bodenkontakt verloren geht

Übung für deine Meditation

Identität als Träumer