Immer derselbe Traum?

Wiederkehrende Träume beinhalten nicht immer die gleichen Bilder und Abläufe. Die Botschaft ist jedoch immer dieselbe.

Warum passiert dir das, obwohl sich die auslösende Situation wahrscheinlich längst geändert hat?

Träume wiederholen sich vor allem dann, wenn die Botschaft bisher ignoriert wurde oder wenn ein Versuch des Verständnisses unternommen wurde, der Inhalt aber noch immer nicht erkannt wurde.

Ich möchte dir ein Beispiel aus meinen eigenen Träumen geben.

In einer Nacht hatte ich drei verschiedene Träume.

Der erste handelte davon, dass vor meiner Wohnungstür fremde Kinder schlecht über mich sprachen. Sie taten es laut genug, dass ich sie verstehen konnte. Zuerst wappnete ich mich mit einem großen Hund und meinem Mann und blieb hinter der Tür stehen, um die Situation im Auge zu behalten. Doch die Kinder hörten nicht auf zu lästern. Sie sprachen über all die Ängste und negativen Gedanken, die mich regelmäßig umtreiben. Schließlich brach der Ärger aus mir heraus, ich riss die Tür auf und rannte hinter den panisch davon rennenden Kindern her. Ein Mädchen bekam ich auf einer höheren Stufe zu fassen. Ich zerrte sie in meine Wohnung, wo ich ihr erklärte, dass man so nicht mit Menschen umgeht. Sie entschuldigte sich ehrlich und bestätigte mir, dass sie die Lektion auch den anderen Kindern mitteilen würde. Danach ließ ich sie gehen.

Im zweiten Traum beobachtete ich eine Diskussion. Zunächst kamen Nachrichten im TV, in denen über Impfschäden gesprochen wurde. Viele Stimmen waren da, die die Nachricht kommentierten. Ich hörte eine Weile zu, während ich schmutziges Wasser vom Boden wischte, bis es aus mir heraus brach und ich die Sache richtig stellen musste – ich fühlte diesen inneren Zwang, die Menschen aus ihrem Angstgefühl herauszuholen und Fakten auf den Tisch zu legen. Also schrieb ich einen längeren Textbeitrag über Impfschäden und Impfnebenwirkungen. Beruhigt darüber konnte ich wieder tiefer schlafen.

Im dritten Traum ging es um einen Welpen, mit dem ich im Hausflur stand und mich ziemlich orientierungslos fühlte. Als ich mit ihm hinaus gehen wollte, hinterließ er eine Pfütze auf dem Boden. In dem Moment kam eine fremde Frau zur Haustür herein und schrie mich an, wie das sein kann, dass im Haus uriniert wird und dass ich es zu reinigen hätte. Ich hielt einige Argumente entgegen, doch dann brach wieder mal der Frust aus mir heraus. Also nahm ich den Hund und ging, nur um der Frau ein „Ich rechtfertige mich nicht vor Fremden“ entgegen zu schleudern. Sie reagierte lautstark mit wüsten Beleidigungen und rannte mir nach. Draußen gingen wir ein paar Schritte zusammen, während ich sie darüber aufklärte, dass ihre Meinung von mir falsch war und sie (was untypisch für mich ist) sogar bewusst von oben herab duzte.

Alle diese Träume beinhalten eine Reaktion auf offensichtliche schlechte Behandlung und unwahre Behauptungen. Während ich im Wachleben manches Mal einem Konflikt aus dem Weg gehen würde, habe ich hier im Traum geübt, mich durchzusetzen und mich nicht mehr so herabwürdigend behandeln zu lassen. Obwohl die Träume so unangenehm begonnen hatten, ja beinahe etwas alptraumhaftes an sich hatten, endeten sie doch mit Zufriedenheit.

Es ist unheimlich wertvoll, einen intuitiven Blick auf die Bildsprache des Unterbewusstseins zu werfen und daraus Wissen für den Alltag und die persönliche Weiterentwicklung zu ziehen. In meinem Fall konnte ich üben, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen und die Ketten der Vergangenheit abzustreifen.




Vom 19. Juni 2023

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